aktion tier Land Niedersachsen Kolkrabe Sumpfohreule Weiße gehörnte Heidschnucke Leguan Spitzkopfnatter Igel Rohrweihe
Ein Gemeinschaftsprojekt von Wildtier- und Artenschutzstation e.V. & aktion tier - menschen für tiere e.V., anerkannt und gefördert durch das Land Niedersachsen  
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November 2005
Kapazitäten begrenzt
- aus Tierschutzgründen werden Grüne Leguane kastriert

Mit einem Auto voller Ausrüstung rückten die Experten Frau Dr. Christine Lendl, Fachtierärztin für Zoo-, Gehege- und Wildtiere, und ihr Kollege Tierarzt Hermann Kempf aus der tierärztlichen Klinik Gessertshausen in der Wildtierstation an. Ziel ihrer Reise war es, dem Leiter der Wildtierstation Dr. Florian Brandes die relativ neue Methode der Kastration männlicher Grüner Leguane (Iguana iguana) zu erläutern.

Nötig wurde dies, nachdem in diesem Jahr zeitweise bis zu 20 Grüne Leguane in der Wildtierstation untergebracht und versorgt werden mussten. Da die überwiegend männlichen Tiere sehr territorial und untereinander unverträglich sind, besteht die Gefahr von Beißereien und stressbedingten Erkrankungen. Aus Platzmangel ist es nicht möglich, alle Tiere einzeln zu halten. Durch das Entfernen der Hoden senkt sich der Testosteronspiegel im Blut der Tiere und sie verlieren ihr dominantes und aggressives Verhalten. So ist es möglich, die Tiere in Gruppen zu halten und erleichtert die Vermittlung der Tiere an Zoos.

Ursache der Problematik ist der jährliche Import von Tausenden dieser Tiere. Laut CITES-Statistik für Deutschland wurden allein im Jahr 2003 15511 Grüne Leguane für den Zoohandel importiert. Die meisten dieser Baby-Leguane landen in den Händen unerfahrener Halter, die früher oder später Probleme mit diesen großwüchsigen Echsen bekommen. Bei guter Pflege können diese immerhin 25 Jahre alt werden und eine Länge von 180 cm erreichen.

Die Leguane in der Wildtierstation haben die Operation gut überstanden und hoffen nun auf einen guten Platz in einem Zoo - vielleicht auch in einer Männer-WG.

Der Leguan wird intubiertKleiner Flankenschnitt
Zur Vorbereitung auf die Inhalationsnarkose wird der Leguan intubiert. Durch einen kleinen Schnitt in der Flanke wird der Hoden zur Entfernung vorgelagert.

Überstandene Operation
Die Leguane sind nach überstandener Operation wohlauf und werden nur eine kleine Narbe zurückbehalten.

 

November 2005
Aufnahme von 74 beschlagnahmten Reptilien
Wildtierstation hilft Zollfahndung Hamburg

Schon um 7:30 Uhr morgens klingelte das Telefon in der rund um die Uhr besetzten Wildtierstation. Der Zivildienstleistende Janis Reuter nahm den Anruf der Zollfahndung Hamburg entgegen und nach kurzer Absprache mit dem Stationsleiter Dr. Florian Brandes konnte die Aufnahme von 74 eingezogenen Reptilien zugesagt werden. Früh am morgen waren die 50 Jemenchamäleons, 15 Abgottschlangen und 9 Madagassische Taggeckos bei einer Kontrolle entdeckt worden. Da der Besitzer die nach dem Artenschutzrecht erforderlichen Papiere nicht vorweisen konnte, wurden die Tiere sofort beschlagnahmt. Dann allerdings standen die Beamten der Zollfahndung vor dem Problem der Unterbringen dieser vielen Reptilien.

Dank dem umfangreichen Ausbau der Reptilienhaltung in den letzten Jahren sind wir in der Lage, Behörden beim Vollzug des Artenschutzes zu helfen und auch eine größere Anzahl von Exoten artgerecht unterzubringen und zu versorgen. Natürlich war es auch für unsere Mitarbeiter eine Herausforderung, innerhalb weniger Stunden genug Terrarien einzurichten und die nötigen Futterinsekten zu beschaffen. Die Tiere werden nun so schnell wie möglich an Zoos und andere öffentliche Einrichtungen zur dauerhaften Pflege weitergegeben. Dazu wird eine Abgabeliste an fast 100 Zoos in ganz Deutschland versandt. Nur wenn es gelingt, die aufgenommenen Tiere stets weiter zu vermitteln, wird es auch künftig möglich sein, die Behörden bei ihrer Arbeit für den Tier- und Artenschutz zu unterstützen.

Taggecko Jemenchamäleon
Einlieferung der Reptilien in die Wildtierstation

 

August 2005
Jan-Uwe Heckel rief und viele, viele kamen!
65. Geburtstag von Jan-Uwe Heckel

Der erste Vorsitzende des Trägervereins der Wildtier- und Artenschutzstation e.V. hatte zur Feier seines 65. Geburtstages auf die Station für die Station eingeladen.
über 60 Gäste waren der Einladung gefolgt, trotz Sommerferien- und Haupturlaubszeit.
Es war ein fröhliches Beisammensein und auch das Wetter spielte bestens mit. Für diesen Nachmittag-Abend tat sich über der Station ein Sonnenfenster auf!
Mit der Einladung war bekanntgegeben worden: Statt Blumen oder anderer Aufmerksamkeiten für den „Jubilar” sind Geldspenden zu Gunsten der Station erbeten.
Wie sich zeigte, war das eine gute Idee, denn von Herrn Heckel konnten zwei frisch gedruckte 500-Euro-Scheine an die Schatzmeisterin und kaufm. Geschäftsführerin Frau Sylvia Cölle ausgehändigt werden.
Generell haben die Tiere „Vorfahrt”, sprich Vorrang auf der Station. In diesem besonderen Fall soll aber dem unermüdlich tätigen und einsatzbereiten Stations-Team als besonderes DANKESCHÖN eine die Wohnqualität verbessernde Anschaffung getätigt werden. Es ist z.B. an die ergänzende Ausstattung der (Menschen-)Küche und nicht der Futterküche gedacht.

Allen lieben Menschen, die der Einladung gefolgt sind und damit zum Gelingen der Feier beigetragen haben und für die generösen Zuwendungen zu Gunsten der Wildtierstation danken sehr herzlich der „Jubilar” und das Team der Wildtierstation.

 

Juli 2005
Das war uns ein großes Anliegen!
Offizielle Einweihung der Papageien-Außenvolieren

Der Papageien-Außenvolieren-Komplex ist fertig gestellt und von den Vögeln bezogen. Unser Projektpartner, aktion tier - menschen für tiere e.V. , hat die Finanzmittel bereitgestellt, damit diese äußerst wichtige Anlage gebaut werden konnte. Am Freitag, 22. Juli, wurde die offizielle Einweihung im Beisein des aktion tier-Vorstandes vorgenommen.

Mit diesem Volierenkomplex haben wir einen weiteren großen Schritt vollzogen, um den bei uns betreuten und gepflegten Tieren art- und tierschutzgerechte Unterbringungen bereitzustellen.

Beschlagnahmte, manchmal auch abgegebene Papageien treffen sehr häufig in einem erbarmungswürdigen Zustand bei uns ein, krank an Leib und Seele! Das Phänomen des Federrupfens, aber auch aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen als Folge von jahrelanger Einzelhaltung, ist oft sehr schwer zu beheben. Haben die Vögel jedoch die Möglichkeit, sich nach Wunsch Umweltreizen (Sonne, Wind, Regen) auszusetzen, sind die Heilungschancen unvergleichlich besser bzw. überhaupt erst gegeben.

Die Wildtierstation verfügt nun über einen Volieren-Komplex, der aus fünf nebeneinander liegenden Volieren mit den Abmessungen 2 x 6 x 2,5 m besteht. An der Stirnseite befindet sich außerdem ein Pflegergang. Die Trennung zwischen den Einzelvolieren ist als Doppelgitter ausgeführt, so dass sich die Tiere während der Zusammengewöhnungsphase nicht gegenseitig verletzen können.


Besichtigung der Papageienvolieren
Die Besucher bei der Besichtigung der neuen Papageien-Außenvolieren.

 

Juni 2005
"aktion tier - menschen für tiere e.V." übernimmt Kosten für die Absicherung von Gehegen

Schon vor einigen Monaten stellten wir an allen Rundvolieren eine Mardersicherung fertig. Seitdem traten keine Tierverluste durch Marder mehr auf.

Volieren Volieren

Auch die Wassergeflügel-Anlage wurde zum Schutz gegen Habicht-Attacken auf einer Gesamtfläche von 400 m2 mit einem Netz überspannt.

Wasservogel-Gehege

"aktion tier - menschen für tiere e.V." hat die Übernahme der Kosten für diese außerordentlichen Sicherungsmaßnahmen zugesagt.

 

Februar 2005
Raubkatze findet neues Zuhause in Süddeutschland
Wildtierstation weist beachtliche Erfolge in der Tiervermittlung auf

Langsam legt sich der Luchskater nieder, nachdem er von dem Betäubungspfeil getroffen wurde. Zehn Minuten, nachdem Stationsleiter Dr. Florian Brandes den Pfeil mittels Blasrohr in die Flanke des Tieres geschossen hat, wirkt das Betäubungsmittel. Noch eine kurze Untersuchung, dann wird der Luchs in die eigens gebaute Transportkiste verladen.
Nur drei Wochen dauerte der Aufenthalt in der Wildtierstation für den Luchs, der von Behörden aus einer Privathaltung beschlagnahmt worden war. Nun freuen sich unsere Mitarbeiter, einen guten Platz in einem süddeutschen Wildpark für den dauerhaften Verbleib der Raubkatze gefunden zu haben. In einem ca. 2000 m2 großen naturnah gestalteten Gehege erwarten den elfjährigen Luchskater dort mehrere Artgenossen und man erhofft sich durch ihn Erfolge in der Nachzucht.

Luchs
Tierpfleger Stephan Bulk trägt den 20 kg schweren Luchs

Das Pflegen bzw. Gesundpflegen von heimischen Wildtieren und Exoten ist nur eine der wichtigen Aufgaben unserer Wildtierstation. Eine schwierige Aufgabe ist jedoch die anschließende Vermittlung der Tiere in seriös geführte und von den zuständigen Behörden zur Aufnahme autorisierte zoologische Einrichtungen.

Luchs
Tierpfleger Stephan Bulk und Stationsleiter Dr. Florian Brandes bei der Verladung des Luchskaters.

Zu Beginn dieses Jahres konnten bereits beachtliche Vermittlungserfolge erzielt werden. Unter anderem fand ein Truthahngeier, dessen Heimat normalerweise Südamerika ist, eine neue Bleibe in einem Wildpark. Ebenso zwei Präriehunde, die nun ein ehemaliges Murmeltiergehege in einem Zoo bewohnen.
Aber wissenschaftlich geführte zoologische Einrichtungen mit guten Haltungsbedingungen haben keine unbegrenzten Aufnahmekapazitäten. Wir sind gefordert, ein Netzwerk weitreichender Kontakte auszubauen und zu pflegen, um immer wieder Pfleglinge abgeben und unterbringen zu können. Diese Kontakte bestehen inzwischen europaweit. So wird schon seit längerem sehr eng mit der gemeinnützigen Einrichtung „Stichting AAP” in Almere, Niederlande kooperiert, wenn es um die Unterbringung von Primaten geht. Stichting AAP ist auf den Aufbau von Gruppen artgleicher Affen spezialisiert. Für die seelische Gesundung von in Sozialverbänden lebenden Tieren ist dies eine besonders wichtige Maßnahme!
Auch dem europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Seychellen-Riesenschildkröte am Zoo Zürich konnten schon zwei Tiere beigesteuert werden. Diese kamen zuvor über eine Norddeutsche Zollstelle in die Station.
Unsere Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen ist kein Zoo, soll es auch nie werden. Also sind wir darauf angewiesen, immer und immer wieder neue Bleiben für unsere Pfleglinge aufzutun!

 
 
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