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Prinz-Alfred Hirsch

 

 

Internationales Zuchtbuch

Prinz-Alfred-Hirsche (Cervus alfredi) leben auf den Zentral-Visayas-Inseln in der Mitte des philippinischen Archipels. Anfang der 80er Jahre schien der Prinz-Alfred-Hirsch ausgestorben zu sein.

Auf Initiative der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz wurden Untersuchungen angestellt bei denen noch einige Exemplare auf den philippinischen Inseln Panay und Negros gefunden werden konnten.

Das Internationale Zuchtbuch für die Negroslinie der Prinz-Alfred-Hirsche wird von Dr. Jens-Ove Heckel vom Zoo Landau in der Pfalz koordiniert. Alle in Europa befindlichen Hirsche gehören offiziell weiterhin der philippinischen Regierung.

Heute beläuft sich der offizielle Bestand von Prinz-Alfred-Hirschen (Negros) in Menschenobhut auf etwa 150 Tiere. Die Wildtier- und Artenschutzstation bietet seit dem Jahr 2003 Platz für bis zu 10 von Prinz-Alfred Hirsche. Die in europäischen Zoos geborenen Tiere werden in der Wildtierstation eingestellt, wenn sie aus sozialen oder genetischen Gründen von der bisherigen Gruppe getrennt werden müssen. Sie werden dann einzeln zur Blutauffrischung, oder als neue Gruppen zusammengestellt, an andere Zoos weitervermittelt die sich am Zuchtbuch beteiligen.

Aktuell

Im Juli 2013 wurde das seit vielen Jahren im Zoo Landau geführte Zuchtbuch für den Prinz-Alfred Hirsch vom Committee for Population Management des Weltzooverbandes (WAZA) als Internationales Zuchbuch (Visayan Spotted Deer ISB) anerkannt. Auch vom Europäischen Zooverband (EAZA) wird das Zuchtbuch nun als Europäische Zuchtbuch (ESB) offiziel geführt. Zuchtbuchführerin ist nun die Biologin Dr. Christina Schubert vom Zoo Landau i.d. Pfalz.
Alle die sich seit langer Zeit am Schutz für diese hochbedrohte Art beteiligen, darunter besonders die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V., freuen sich über diese Anerkennung für das seit Jahren im Zoo Landau geführte Zuchtbuch.

Aus dem Stationsbuch 2013

Im Jahr 2013 haben wir eine Gruppe von fünf Hirschkühen an den Zoo Gdansk (ehemals Danzig) in Polen abgegeben. Die Vorbereitungen zum Transport, wie die für die Ausfuhr notwendigen veterinärmedizinischen Untersuchungen und das Verladen der Tiere, wurden von einem Filmteam des NDR begleitet. Der Bericht erschien in der Sendereihe „NaturNah“ am 28.05.2013 im NDR und ist in der ARD-Mediathek zu sehen. Der durch die Abgabe der fünf Hirsche frei gewordene Platz wurde dringend benötigt, denn gemäß der Empfehlungen der Zuchtbuchführerin, haben schon vier weitere Hirschkühe auf ihren Transport in die Wildtierstation gewartet. Diese haben wir schon kurze Zeit später aus Luxenburg, dem zoologischen Garten Berlin und dem Allwetterzoo Münster aufgenommen. Derzeit erweitern wir unseren Platz für Prinz-Alfred Hirsche durch den Bau eines dritten Geheges um ca. 1500 m². Durch das neue Gehege werden Gehege 1 (ca. 1700 m²) und Gehege 2 (ca. 2500 m²) miteinander verbunden, so dass die Gruppen jederzeit stressfrei umgestellt werden können.

Aus dem Stationsbuch 2012

Im Jahr 2012 gab es keine Ein- oder Abgänge bei den 10 in der Wildtierstation gehaltenen Prinz-Alfred Hirschen. Aufgrund von Platzmangel droht die Zucht zu stagnieren.
Um den Bestand des Zuchtbuches vergrößern zu können, werden von seiten des Zuchtbuchführers dringend weitere zoologische Einrichtungen gesucht, die sich zur Haltung einer Gruppe dieser hochbedrohten Hirschart bereit erklären. Einige US-Amerikanische Zoos haben Interesse an der Haltung von Prinz-Alfred Hirschen bekundet. Die Art ist in den USA bislang nicht vertreten.
Der für das Zuchtbuch sinnvolle und von den Zoos gewünschte Export von Europa in die USA scheiterte bislang allerdings an den aus Furcht vor Tierseuchen strengen Veterinärbestimmungen.