Projekt "Affenbunker"

Vielleicht haben Sie es bei einem Besuch der Wildtierstation selbst schon einmal gesehen: Neben vielen anderen exotischen Tieren werden sogar beschlagnahmte Affen immer wieder von Behörden bei uns eingestellt.
                                            
Oft haben diese Tiere eine lange und traurige Vorgeschichte bis sie ihren Weg zu uns gefunden haben. Wie z.B. Mausi und Mini, zwei Berberaffen, die im letzten Jahr fast 6 Monate in einem der Papageienräume untergebracht waren.


Mausi
Mini

Es gibt in ganz Deutschland kaum Auffangstationen, die in der Lage sind Affen aufzunehmen. So ist es kein Wunder, dass wir nicht nur Anfragen aus Niedersachsen, sondern immer wieder auch aus anderen Bundesländern bekommen.

Aber selbst wir sind in der Vergangenheit bei der Aufnahme von Primaten schnell an unsere Grenzen gestoßen, denn unsere Gehege waren zu klein und ursprünglich nicht für die Haltung dieser Arten gebaut.

Nachtaffen

Die Unterbringung dieser Tiere stellt ganz besondere Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter, die Haltung und auch die Quarantänemöglichkeiten. Aufgrund der nahen Verwandtschaft zum Menschen gibt es viele potenzielle Krankheitserreger, die von Affen auf Menschen übertragen werden können. Auch können größere Affen mit ihrer Kraft und ihrem Gebiss potentiell gefährlich im Umgang sein.

Um in Zukunft besser für die Aufnahme dieser Tiere gerüstet zu sein, und ihnen mehr Platz bieten zu können, sollte ein in einen vorhandener Bunker ein neues Gehege speziell für Primaten umgebaut werden. Ein Innen- und Außenbereich, in dem die Tiere möglichst viel Platz haben, sollte eingerichtet werden. Auch die Quarantänestation sollte für die Affenhaltung ausgerüstet werden. Letzteres ist aufgrund tierseuchenrechtlicher Vorschriften notwendig, um auch international Affen mit Zoos und Auffangstationen austauschen zu können.

Viel zu oft werden immer noch Affen unter katastrophalen Bedingungen in Privathand oder im Zirkus gehalten und können wegen fehlender Unterbringungsmöglichkeiten von den zuständigen Behörden nicht beschlagnahmt werden.


Grüne Meerkatze

 Schaumburger Nachrichten 18. Mai 2013

Leider bereitete die Finanzierung dieses „Affenbunkers“, wie wir dieses Projekt genannt hatten, einige Sorgen.
Die voraussichtlichen Kosten betrugen auch bei großem eigenen Arbeitseinsatz der Mitarbeiter noch 17.000 Euro. Mit einem Spendenaufruf konnten wir die Summe von 7.800 Euro zusammenbringen. Leider war die Finanzierungslücke mit 9.200 Euro noch sehr groß. Solange das Geld nicht bereit stand, konnte kann mit dem Ausbau  nicht begonnen werden. Daher freuten wir uns über jede Spende, war sie auch noch so klein.

Als die Finanzierung dann doch nach einiger Zeit auf sicheren Füßen stand, war es soweit. Der Bau wurde begonnen.

Um auch die größeren Affenarten optimal unterbringen zu können, wurde einer der vorhandenen Bunker als Innengehege mit einem entsprechend dimensionierten Außengehege ausgestattet.
Dazu wurde der Bunker komplett umgestaltet. Für den Zugang der Mitarbeiter in den Pflegergang wurde, durch eine auf solche Arbeiten spezialisierte Firma, eigens eine neue Öffnung in den Stahlbeton gesägt.

Die beiden Innengehege besitzen jeweils eigene Ausgänge zum ebenfalls zweigeteilten Außengehege. Insgesamt 120 qm stehen den Tieren damit zur Verfügung.

Die Aufteilung ermöglicht es auch Tiere die sich nicht miteinander vertragen zu trennen oder fremde Tiere aneinander zu gewöhnen. Größere für Menschen gefährliche Arten können für Reinigungsarbeiten abgesperrt werden, so dass ein sicheres Arbeiten möglich wird.

Der erste Blick nach draußen...

Auch andere Tierarten wie z.B. kleinere Raubtiere bis zur Größe eines Luchses können in dieser Anlage sicher untergebracht werden.

Damit haben wir die Möglichkeiten zur Aufnahme beschlagnahmter Tierarten deutlich erweitert, was vor allem Behörden freuen dürfte, die Probleme bei der Unterbringung solcher Arten haben.

Als letzter Arbeitsschritt wurde  noch ein Lüftungsmodul, bestehend aus einem Ventilator und einem Luftionisationsgerät, eingebaut.

Das fertige Gehege

An dieser Stelle geht unser herzlicher Dank an alle, zum Teil sehr großzügigen, Spender und Firmen die den Bau mit ermöglicht haben!