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Affenliebe

Ein Bericht von Bianca Ebeler, Auszubildende in der Wildtier- und Artenschutzstation

Hallo, mein Name ist Bianca Ebeler und ich bin zur Zeit eine von drei Auszubildenden in der Wildtierstation im Bereich der Tierpflege. Viele unserer tierischen Pflegegäste wachsen uns durch die tägliche Arbeit sehr ans Herz. In meinem Fall bereitet mir die Arbeit mit unseren derzeit exotischsten Pfleglingen besonders viel Spaß, denn seit April diesen Jahres beherbergt die WASS zwei weibliche Berberaffen (Macaca sylvanus).

Zunächst fand „Mausi“, eine betagte Berberaffendame, ihren Weg aus einem Zirkus zu uns. Eine unserer eigentlichen Papageienvolieren mit Innen- und Außengehege wurde extra für sie mit allerhand Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten ausgestattet, die sofort ausgiebig erkundet wurden. Schon die ersten sommerlichen Sonnenstrahlen ließ sich unsere Mausi stundenlang auf den Pelz scheinen. Die triste Zeit im Zirkus war somit vorbei.


Mausi

Nur kurze Zeit später zog „Mini“, ein 2-jähriges, sehr auf den Menschen geprägtes Berberaffenmädchen aus privater Haltung in die Voliere neben Mausi ein. Tagelang beäugten sich die beiden durch die Gitter und es wurde bisweilen sogar wild randaliert, wenn sie sich zu nahe kamen. 

Mini suchte in dieser Zeit der Eingewöhnung oft die Nähe der Pfleger, kletterte auf unsere Schultern und stahl sich frech die besten Happen aus den Futterrationen, die bei Berberaffen zu großen Teilen aus Blättern und Früchten bestehen. Ich muss gestehen, dass ich mir zunächst etwas Sorgen darüber machte, ob der Versuch der geplanten Vergesellschaftung der Beiden gut verlaufen würde. Beide Affen sollten nämlich zusammen ein Gehege beziehen, um besonders viele arttypische Verhaltensweisen dieser sehr sozialen Tiere entfalten und zeigen zu können.

Mini

Trotz all der aufgeregten und lautstarken Annäherungsversuche durch das Trenngitter, klappte das Zusammensetzen der Tiere auf Anhieb völlig problemlos und schon nach wenigen Minuten beschäftigten sich die Beiden ausgiebig miteinander, kraulten sich gegenseitig und lagen gemeinsam eng aneinandergekuschelt auf ihren Schlafbrettern.

Am meisten Spaß bereitet es mir nun, mir immer wieder neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die Affen zu überlegen, damit bis zur Weitervermittlung der Tiere möglichst keine Langeweile bei den zwei Damen aufkommt. Momentan ist ein, im Gehege aufgehängter, mit Futter gefüllter Kanister das Lieblingsspielzeug der beiden.

Ich habe viel Freude daran, die beiden dabei zu beobachten, wie sie seit ihrer Ankunft hier richtig aufblühen und bin zuversichtlich, dass sich bald eine geeignete zoologische Einrichtung finden wird, in der es die beiden auch auf lange Sicht schön haben werden.

 

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