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Wolfsberatung

Dr. Florian Brandes und  Jürgen Müller wurden im Juli 2014 vom Niedersächsischen Umweltministerium zu Wolfsberatern für den Landkreis Schaumburg ernannt.
Aufgaben der Wolfsberater für ihr jeweiliges Gebiet sind:

- Kontinuierliche Mitwirkung bei der Datenerhebung zu wild lebenden Wölfen und Weitergabe der Daten an die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V., den NLWKN und die unteren Naturschutzbehörden,

- Recherche, Aufnahme und Überprüfung von Wolfsbeobachtungen, Spurenhinweisen etc.,

- Erstsicherung und –begutachtung bei Übergriffen auf Nutztiere,

- Beratung, praktische Unterstützung und Information beteiligter Interessengruppen (z.B. Nutztierhalter, Jäger, Förster) sowie der allgemeinen Öffentlichkeit.

Bei Anliegen und Fragen zu den oben genannten Bereichen sind wir über die Wildtierstation (05725 / 708730) jederzeit zu erreichen. Weitere Informationen erhalten Sie auch unter:

Wolfsbüro des NLWKN

Wildtiermanagement Niedersachsen (Nachweise und Verbreitung des Wolfs in Niedersachsen)


Das MU (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz) hat einen sogenannten „Erklärfilm“ zum Thema  „Der Wolf in Niedersachsen“ produziert, der jetzt online gestellt wurde unter:

https://www.youtube.com/watch?v=Vr19Sn74TRg

 

 

TierheimTV

Das Team vom Tierheim Hannover war für einen Bericht zum Thema "Wolfsberater" in der Wildtier- und Artenschutzstation zu Gast

Hier die Links zu den Beiträgen:

tierheim-hannover.de/tierheimtv-informiert-ueber-wolfsberater

https://www.facebook.com/tierheim.hannover/posts/1151394914906954

 

 

 

 

Hier möchten wir Sie regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Monitoring der Niedersächsischen Wolfspopulation informieren:


Hintergrundinformationen vom Niedersächsischen Umweltministerium zum Vorfall: Meldung einer Begegnung eines Joggers mit Wölfen im Gartower Wald (Stand: 13.01.2016)

Am 25.12.2015 gab es im Gartower Forst einer Meldung zufolge eine Nahbegegnung zwischen einem Jogger und zwei Caniden, möglicherweise Jungwölfen. Der Jogger, der gegenüber der Amtsveterinärin angab, ohne Musik zu joggen (die Lüneburger Landeszeitung berichtete das Gegenteil), verspürte beim Laufen plötzlich eine Berührung an der Hand, zog diese reflexartig zurück, drehte sich um und fand sich zwei Tieren gegenüber, die er als junge Wölfe ansprach. Er reagierte als ehemaliger Polizeibeamter den Tieren gegenüber massiv, schrie, trat ein Tier in den Bauch und bewarf das andere, etwas weiter entfernte, mit Ästen. Die Tiere flohen daraufhin auf dem Weg und nach ca. 30 m in den Wald. Bei den Tieren hat das mit Sicherheit einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Trotz der eigenen massiven Reaktion beurteilt der Betroffene das Verhalten der Tiere als tapsig, neugierig und verspielt und berichtet, dass er sich zu keinem Zeitpunkt bedroht gefühlt habe und bei den Tieren keinerlei Anzeichen für Aggression bemerkt habe. Der Jogger setzte nach dem Vorfall seinen Weg relativ unbeeindruckt fort und stellte etwas später eine rissartige, blutende Verletzung am Daumen (Handflächenseite) fest. Er führte diese Verletzung möglicherweise auf einen Milchzahn zurück, diese sind bei Hundeartigen extrem spitz und könnten solche Rissverletzungen verursachen.

Gegen diese Theorie spricht aber, dass zum Zeitpunkt des Vorfalls auch bei Welpen aus dem gleichen Jahr der Zahnwechsel bereits längere Zeit abgeschlossen ist (bleibende Zähne verursachen andersartige Verletzungen), sowie die Lage der Wunde. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Jogger die Verletzung beim Werfen der Äste zugezogen hat, ist sehr hoch, hierfür spricht neben der Ausprägung auch die Position der Verletzung auf der Innenseite des Daumens, wie sie beim Greifen und Werfen leicht entstehen kann. Diese mögliche Verletzungsursache wird vom Betroffenen selbst für möglich gehalten. Eine Probennahme zum Nachweis von DNA-Spuren durch den Wolfsberater erfolgte nicht, da der Betroffene die Wunde bereits gesäubert hatte.
Die Tatsache, dass der Jogger unmittelbar vor dem Joggen eine Hirschkeule entbeint hatte und losgejoggt war ohne sich vorher die Hände zu waschen (neben der Bewegung) ist besonders erwähnenswert. Die Mischung von Reizen (fortwährende Bewegung ohne jede Reaktion auf die unbemerkte Annäherung der Tiere, aber von diesen weg, kombiniert mit interessantem Geruch) kann bei Hundeartigen Verfolgung und Neugierde auslösen.

Für Wölfe, selbst Welpen, wäre eine aktive Annäherung an die Hand des Menschen bis zur Berührung völlig untypisch, für Hunde dagegen normal. Was die Fachleute stutzig macht und darüber nachdenken lässt, ob es nicht vielleicht eher Hunde gewesen sein können, ist auch die Tatsache, dass der Jogger die Tiere als „schlank, eher schmal“ beschrieben hat, vergleichbar seinem eigenen Dobermann-Rüden. Wölfe im Winterfell, besonders Welpen, erscheinen dagegen sehr rund und plüschig. Videoaufnahmen von Gartower Jungwölfen, die in diesem Winter in dem Bereich gemacht wurden, zeigen auch den zuletzt beschriebenen Aspekt. Verwechslungen wolfsähnlich aussehender Hunde mit Wölfen sind in der Vergangenheit bereits häufig aufgetreten und auch hier nicht vollständig auszuschließen.

Wie beurteilt das MU den geschilderten Vorfall?
Die Schilderung des Betroffenen klingt glaubwürdig, seine relativ entspannte Haltung dazu lässt nicht an stressbedingte Fehlwahrnehmungen denken. Eine 100-prozentige Sicherheit, dass es sich bei den Tieren und Wölfe gehandelt hat, gibt es nicht. Ebenso wenig, dass die Verletzung von einem Tier verursacht wurde.

Was ist konkret passiert, nachdem der Vorfall den zuständigen Stellen gemeldet wurde?
Der Wolfsberater hat den Betroffenen persönlich aufgesucht und befragt, er hat am 26. Dezember 2015 eine Meldung an die Landesjägerschaft abgegeben, die in Niedersachsen das Wolfsmonitoring durchführt. Am 6. Januar 2016 wurden von dort das Umweltministerium und der NLWKN informiert.
Der NLWKN hielt sofort Rücksprache mit dem Wolfsberater. Das avisierte, ausführliche Protokoll des Wolfsberaters liegt bisher nicht vor. Am 8. Januar 2016 fand in Amtshilfe für das Umweltministerium eine ausführliche Befragung des Betroffenen und dessen Familie zu dem Vorfall durch die Kreisveterinärin des Landkreises Lüchow-Dannenberg statt. Diese fertigte ein handschriftliches Protokoll, welches vom Betroffenen gegengezeichnet wurde, am 11. Januar übersandte sie dieses Protokoll, einen daraus gefertigten schriftlichen Vermerk und eine Stellungnahme aus dem Blickwinkel einer Expertin für die Beurteilung des Verhaltens von Hunden. Diese Schriftstücke, ein Foto der Verletzung, sowie für Vergleichszwecke zwei Fotos des Hundes des Betroffenen übermittelte die Kreisveterinärin an das MU.

Hält das MU die Gartower Wölfe für problematisch?
Es ist nicht sicher, dass es sich tatsächlich um Wölfe gehandelt hat. Junge Wölfe sind generell neugieriger und unbedarfter. In der Vergangenheit hat es schon Annäherungen von Jungwölfen an Menschen gegeben, meist in Verbindung mit Hunden. Vom Gartower Rudel sind allerdings, entgegen den in der LZ zitierten Ausführungen des Wolfsberaters bisher derartige Vorkommnisse nicht bekannt. Auch die Landesjägerschaft Niedersachsen bezeichnet auf ihrer Internetseite das Gartower Rudel bisher als gänzlich unauffällig.

Welche Konsequenzen zieht das MU aus dem Vorfall? Wie sieht das weitere Vorgehen aus?
Annäherungen von Wölfen an Menschen betrachtet das MU mit großer Sorge, hält auch Vorsorgemaßnahmen für notwendig (u.a. Aufklärung der ortsansässigen Bevölkerung über richtige Verhaltensweisen). Die spontanen Abwehrreaktionen des Betroffenen haben bei den Tieren (egal, ob Hund oder Wolf) mit Sicherheit einen starken Vergrämungseffekt bewirkt, so dass diese Tiere, wenn es denn Wölfe waren, solche Handlungen nicht wiederholen werden. In der jetzt eingetretenen Phase des Selbständigwerdens der Jungwölfe und der gleichzeitigen Ranzzeit ist mit erhöhter Aktivität der Wölfe zu rechnen. Diese Aktivität gilt es so genau wie möglich zu beobachten und bei Auffälligkeiten entsprechend scharf zu reagieren. Eine solche scharfe Reaktion gegenüber sich annähernden Wölfen sollte jeder an den Tag legen.
Mögliche Gewöhnungseffekte können durch das vermehrte Hinterlassen von Schalenwildinnereien in der Natur nach Jagden, vor allem in der kalten Jahreszeit, eintreten. An den Aufbruchplätzen findet sich Futter für Beutegreifer in Verbindung mit menschlichem Geruch. Dieser Frage sollte sich ein gemischtes Expertengremium widmen, gegebenenfalls Empfehlungen aussprechen. Weitere konkrete Maßnahmen sind zurzeit nicht vorgesehen. Alle im Monitoring eingehenden Meldungen werden geprüft. Alle Sichtungen von Wölfen sollten zeitnah gemeldet werden (Wolfsbüro des NLWKN, Wolfsberater, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft).

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz


Neues Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen

Im Raum Wietzendorf, zwischen den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen gelegen, konnte ein neues Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Auf den Aufnahmen sind zwei Elterntiere und sechs Welpen zu sehen. Außerdem sind nun bei dem Wolfspaar aus dem Landkreis Cuxhaven über ein Fotofallenbild, drei diesjährige Welpen sicher bestätigt. „Damit sind in Niedersachsen aktuell sieben Wolfrudel nachgewiesen“, so Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.
 
Der Nachweis des neuen Wolfsrudels bei Wietzendorf gelang durch aktive Monitoringmaßnahmen der Landesjägerschaft:  Nachdem es seit Mai 2014 in unregelmäßigen Abständen Einzelnachweise gab, waren in der jüngeren Vergangenheit verstärkt wieder Hinweise auf Wolfsvorkommen aus diesem Raum eingegangen. Die Landesjägerschaft intensivierte daraufhin das Monitoring vor Ort – unter anderem über das Aufstellen von Fotofallen und verstärkte Beobachtungstätigkeiten der örtlichen Jäger. Diese Monitoringmaßnahmen führten nun zu dem sogenannten C1 – also definitiven – Nachweis eines Wolfrudels.   
 
Bei Eschede im LK Celle kann nun ebenfalls durch einen C1-Nachweis die Anwesenheit von vier diesjährigen Wolfswelpen nachgewiesen werden. Nachdem bereits auf den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen diesjährige Reproduktion bestätigt werden  konnte, steht ein definitiver Nachweis in den anderen bekannten Wolfsterritorien – auf dem Gelände Schießplatz Rheinmetall, im Raum Fuhrberg und  im Wendland bei Gartow – noch aus.  
Die Ausbreitung der Wölfe in Niedersachsen wird wissenschaftlich dokumentiert. Das Umweltministerium hat mit dem Wolfsmonitoring die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. beauftragt, die diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit dem NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und den rund 100 Wolfsberatern wahrnimmt. Wer Spuren, Losungen oder Risse findet, die auf einen Wolf hinweisen, oder einen Wolf sieht, sollte seinen Fund dem örtlichen Wolfsberater oder der Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft Dr. Britta Habbe (wolf@ljn.de) melden.



© Privat, Die Wolfsfähe mit fünf der sechs Welpen.


Chihuahua-Riss Hornbostel: Wolfsverdacht ausgeräumt Hunde-DNA nachgewiesen

Die genetische Analyse im Fall Hornbostel ist abgeschlossen. Der am Mittwochmorgen den 05.08.2015 tot aufgefundene Chihuahua-Rüde wurde nicht von Wölfen attackiert. Das Labor für Wildtiergenetik des Forschungsinstituts Senckenberg hatte im Auftrag des NLWKN die von der Wolfsbeauftragten der LJN genommenen Proben des toten Chihuahua-Rüden untersucht. Die Wissenschaftler teilten mit, in den untersuchten Proben keinen Hinweis auf in Deutschland oder umliegenden Regionen vorkommende Wölfe gefunden zu haben. Die untersuchten Speichelreste des potentiellen Angreifers, die unter anderem am Geschirr des toten Hundes sichergestellt werden konnten, wiesen das genetische Profil eines Hundes mit Verdacht auf Wolfhund auf. Über den Abgleich einer Mundschleimhautprobe des unverletzten Terriers, konnte dieser als Verursacher ausgeschlossen werden. Über zwei Haare, die im Maul des Chihuahuas gefunden wurden, konnte ein weiterer Canide nachgewiesen werden. Die Qualität der untersuchten Probe reichte jedoch für einen genetischen Fingerabdruck nicht aus. Über die Analyse der sogenannten mitochondrialen DNA konnte ein nicht-europäischer Wolfshaplotyp festgestellt werden, wie er laut den Wissenschaftlern des Senckenberg Instituts auch bei Wolfhunden vorkommt. Bereits letzte Woche lag das Ergebnis der pathologischen Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) vor, die zeigte, dass der Chihuahua tatsächlich an den Bissverletzungen gestorben war. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens zwei Wolfhunde an der tödlichen Attacke auf den Chihuahua beteiligt waren.

Pressemeldung vom 13.08.2015 des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz